Vielleicht kennt ihr das auch: EIGENTLICH will man direkt anfangen, aber DANN … ! So ging es mir mit meinem Blog. Ich wollte längst die ersten Beiträge geschrieben haben. Denn darum geht es ja in einem Blog ganz grundsätzlich – dass man Artikel schreibt und veröffentlicht. Während meine Liste mit Ideen für Beiträge in Trello wächst und wächst, entstehen trotzdem einfach keine Artikel.

Ich wollte erst mal die Struktur und das Design fertig bekommen. Klingt ja auch ganz vernünftig, oder? Um eine professionelle Domain nutzen zu können, buchte ich das kleine, kostenpflichtige WordPress-Paket. WordPress, weil Jimdo es nicht gebacken kriegt, dass man die Veröffentlichung von Blogbeiträgen terminieren/automatisieren kann. WordPress, weil ich damit vor einigen Jahren bereits erste Erfahrungen gemacht habe. WordPress, weil es ja so wahnsinnig beliebt ist … Ich frage mich wirklich, warum!

Zwei Jahre später werde ich es wissen: Weil es so ziemlich die einzig einigermaßen praktikable Lösung für uns Selbstständige ist, eine Website mit Blog einzurichten und zu pflegen. Weil es für so ziemlich jedes Problem eine Plug-In-Lösung gibt. Und weil es relativ einfach ist, bei Schwierigkeiten Informationen zu Lösungen zu finden. Im November 2017 allerdings war das alles so gar nicht ersichtlich für mich.

 

Was du als angehender Blogger alles bedenken musst

Ich bin für einen Nicht-ITler eigentlich recht kompetent in Sachen Technik: Ich komme klar mit den Basics von HTML, ich bin ein Digital Native und recht schnell in der Lage, mir Wissen anzueignen. Trotzdem biss ich mir an WordPress die Zähne aus. Insbesondere deshalb, weil ich einen Kardinalfehler begangen hatte …

Es fing schon mit der Auswahl des Templates an, ging mit dem Einpflegen „meiner“ Schriften via CSS weiter und gipfelte im Kampf mit Google Analytics. Auch zu bedenken: Braucht man Zählmarken von der VG Wort? Und wie realisiert man das verpflichtende Cookie-Banner?

Wer zu meinen treuen Lesern auf Facebook gehört, erinnert sich vielleicht daran, dass ich mir schließlich entnervt das Business-Upgrade gekauft habe. Eine viel zu teure Entscheidung! Was mir damals nämlich nicht klar war: Es ist total doof, WordPress bei WordPress.com zu hosten! Nein, man hostet bei einem Hoster eigener Wahl und bezieht WordPress über WordPress.org. Viel klüger. Viel günstiger.

Das wusste ich aber nicht. Deshalb also das Business-Upgrade. Damit bekommt man neben einem hilfreichen Support-Zugang die Möglichkeit, Problemchen mit Plugins zu lösen. Ohne Plugins mit WordPress arbeiten zu wollen, ist vollkommen unsinnig.

Nun hatte ich sie also, die Plugins, aber auch die machten mir Kopfzerbrechen. Insbesondere das Google Analytics-Ding, das natürlich auch noch einen Opt-Out Link braucht, um Datenschutzkonform zu sein. Irgendwann entschied ich: Ich brauche erst mal kein Google Analytics, ich will nämlich endlich anfangen Texte zu schreiben. Das ist schließlich das, was ich eigentlich seit Wochen tun möchte. Ins Tun kommen, verdammte Axt!

 

Dein Blog: Datenschutzerklärung und Impressum sind Pflicht

Auf Impressum, Datenschutzerklärung und Kontaktformular kann man allerdings nicht so einfach verzichten. Apropos Datenschutz. Mit wachsender Verunsicherung blickte ich nicht nur auf die juristischen Stolperfallen meiner Websites, die sich von Share-Buttons über Impressumspflicht bis Datenschutzerklärung erstrecken. Eigentlich bräuchte man einen Juristen, der alles prüft, was man so macht:

  • Darf man die Social-Media-Buttons eigentlich dem Design der eigenen Website anpassen? Nein!
  • Darf man etwas über Nutzungsrechte schreiben, ohne dass das als juristische Beratung betrachtet werden kann (die allen Nichtjuristen verboten ist)? Waffeldünnes Eis.
  • Wie verhält es sich mit Illustrationen im Bereich Fanart und dem Urheberrecht? Eigentlich verboten.

Egal in welche Richtung ich mich drehe, es tun sich überall rechtliche Fragestellungen auf. Weiter geht es direkt mit meinen AGB, der Handhabung einer Urheberrechtsverletzung und so weiter und so fort. Die Stundensätze von Anwälten sind übrigens JUST WOW. Irgendwie kommt mir das nicht gerecht vor, dass das Argument, KEIN Anwalt sei im Zweifel immer teurer, vermutlich ziemlich wasserdicht ist.

Habe mich über eine Rechtsschutzversicherung informiert. In Anbetracht dieses minenfeldartigen Dschungels, durch den ich mich bewege, sicher keine schlechte Idee. Allerdings auch wieder mit Ausgaben verbunden und nur sehr eingeschränkt nützlich, wenn eigene Urheberrechte verletzt wurden. Der Beratermensch am Telefon hat mich „aufgrund seiner Beratungspflicht“ darauf hingewiesen, dass eine Vermögensschadenhaftpflicht auch anzuraten wäre.

 

Bloggen bedeutet eine weitere Investition in dein Unternehmen

Dabei ist mein Kalender schon jetzt brechend voll. Nicht unbedingt mit Aufträgen, an denen ich Unsummen verdiene, aber mit allerlei wichtigen Dingen, die zwangsläufig geregelt werden müssen. Regelmäßig ein Blog zu befüllen, ist eine große Zusatzaufgabe. Es will wohlüberlegt sein, ob und aus welchen Gründen man das tut.

Ein schlecht gepflegtes Blog ist eher Nach- als Vorteil bei der Darstellung als Expertin. Die Themen müssen klar definiert werden und es empfiehlt sich, das Handwerkszeug zu lernen: Keywordrecherche, SEO, Textaufbau und Textprüfung.

Inzwischen liegen diese Anfängerprobleme zum Glück lange hinter mit. Ich erstelle inzwischen sogar WordPress-Websites für Kunden.

Als ich diesen Artikel verfasst habe, ahnte ich nicht, dass es noch weitere drei Monate dauern sollte, bis ich tatsächlich starten würde … 

Mein Tipp: Ich habe eine Checkliste mit 30 Punkten für dich erstellt. Du kannst sie abhaken und dir so viel von dem Schlamassel ersparen, den ich hatte.

Hast du Fragen oder Anmerkungen? Ich freue mich über deinen Kommentar! :)