Ein Online-Business aufbauen – in nur einem Jahr?

Das Jahr 2019 rauschte in kometenhafter Geschwindigkeit vorbei und ließ für Schöpfergeist mehr als nur einen Wunsch wahr werden. Das alles überspannende Thema: Mein geändertes Geschäftsmodell und der ernsthafte Vorsatz „Ich werde mein Online-Business aufbauen!“

Ohne spoilern zu wollen: Es hat geklappt. Im vergangenen Jahr habe ich nicht nur unter 400 Teilnehmenden als Zweitplatzierte den Unternehmerheldenaward gewonnen, sondern auch mehrere Launches bewältigt und die ersten Unternehmerinnen als Business-Mentorin begleitet.

Außerdem wurde ich als Gründungslotsin für Baden-Württemberg ins Projekt „Selbst ist die Frau“ berufen, das der Deutsche LandFrauenverband mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) initiiert hat.

Der Fokus meiner Arbeit hat sich weg von Kreativdienstleistungen im Bereich Text, Grafikdesign und Webdesign zu Onlineangeboten und Mentoring für Unternehmerinnen verschoben. Diese Entscheidung fiel 2018, als es mir endlich gelang, meine Kompetenzen als Texterin, Designerin und Pädagogin zu bündeln.

Von den Highlights will ich also unbedingt berichten, aber auch von den Tiefpunkten. Die gab es natürlich auch … und schon der Start ins neue Jahr ließ sich eher konfus an.

Auch ein Online-Business ist in der Realität beheimatet

Im Vergleich mit meinem Kopfkino sind die Drehbuchautoren von Final Destination fröhliche Blumenkinder. Selbst in einer simplen Zahnbürste erkenne ich mindestens drei Möglichkeiten, sie zu einer soliden Todesfalle zu machen. Ich startete deshalb auch recht aufgelöst in den Januar:

Mein jüngster Bruder und seine Frau waren über die Feiertage aus Kanada zu Besuch. Ein wundervolles, aber höchst seltenes Ereignis, obviously. „Vielleich sehen wir uns nie wieder!“, flüsterte meine innere Katastrophengöttin folgerichtig bei der Abreise.

[Was ist ein properer Namen für eine Katastrophengöttin? Die Google-Suche nach „Katastrophengöttin“ erbringt nicht viel mehr als einen mindestens irritierenden Einblick in die Abgründe pronografischen Internet-Contents. Fein! Entscheiden wir uns also aus Gründen der Plausibilität und Praktikabilität für Afet.]

Afet feierte für die nächsten zwanzig Stunden eine innere Abrissparty. Als die Kanadier dann endlich wohlbehalten in ihrem fernen Zuhause angekommen waren, beruhigte sie sich wieder ein bisschen. Die Wohnung wirkte auf einmal sehr leer – und das, obwohl der Liebste quasi zeitgleich mit unseren temporären Gästen eingezogen war.

Entsprechend sah es dann auch aus im Hause Schöpfergeist: Nach einer ganz physischen Afet-Abrissparty. Die Kanadier weg, der Silvestergast weg, mein Partner nach fast vier Jahren Fernbeziehung endlich da … Mit der Zusammenführung unserer Haushalte und Leben stellte sich dann natürlich auch die Frage nach den Finanzen.

Regel Nr. 1: Wenn es kein Geld einbringt, ist es kein Business

Ich hatte mein privates Konto bis dato nicht vom geschäftlichen Konto getrennt. Der Liebste und ich diskutierten, wie wir uns eine faire Lösung für unser gemeinsames Kohle-Leben vorstellen und versuchten uns anschließend an der praktischen Umsetzung.

Eine ganz neue Erfahrung – ich war mein ganzes Erwachsenenleben lang immer allein für alles verantwortlich. In diesem Zuge ging nun natürlich auch kein Weg mehr daran vorbei, das Geschäftskonto für Schöpfergeist separat zu führen.

Ich entschied mich für eins bei Kontist*, das den praktischen Vorzug hat, dass das Konto die voraussichtlich zu entrichtende Einkommensteuer und die Umsatzsteuer getrennt vom ‚eigenen Geld‘ ausweist. Perfekt, weil ich mich im Vorjahr mit dem ‚Profit First‘-Ansatz beschäftigt hatte und einige gute Ideen daraus abkupfern wollte.

 

Regel Nr. 2: Es ist unsinnig, alles allein machen zu wollen

Während für meinen Partner der Start bei seinem neuen Arbeitgeber anstand, konnte ich ans Vertraute anknüpfen: Meine kleine Community hatte sich durch den Planungsworkshop Ende 2018 in der Selbstständig-Macherinnen-Facebookgruppe eingerichtet.

Auch schon im Vorjahr hatte ich mich mehr oder minder erfolgreich um Unterstützung durch eine virtuelle Assistentin bemüht. Es war klar, dass ich spätestens dann, wenn ich mein Online-Business aufbauen will, nicht mehr alles allein stemmen kann.

Anfang 2018 hatte ich das große Glück, Barbara Schmid zu begegnen. Ich kann mir inzwischen nicht mehr vorstellen, wie ich ohne sie zurechtgekommen bin! Barbara versteht, worum es geht, denn sie hat selbst ein Online-Business starten können: Mit einem SEO-Kurs und Workbooks* leitet sie angehende VAs und andere interessierte Menschen an.

Allerdings hätte auch die beste VA der Welt den ersten Fail des Jahres nicht verhindern können: Ich schickte einer Kundin anstelle des Links zu ihrem Ordner in meiner Cloud den Link zu einem YouTube-Video. Präzise: Zu Lindemanns „Mathematik“, das mit den Worten „FICK-FICK-FICK MATHEMATIK“ beginnt und in vielerlei Hinsicht einen fragwürdigen Eindruck hinterlässt.

Sie ist ein Metalfan und hat sehr gelacht. Puh!

Regel Nr. 3: Personal Branding ist auch im Online-Business (fast) alles

Mein letztes Design für T-Shirts, Tassen und Co. war die Illustration des „Unique as fuck“-Nasenbären. Es war klar, dass ich neue Prioritäten setzen muss. Während ich im Vorjahr noch beinahe täglich gezeichnet habe, ging das 2019 extrem zurück.

Dafür wurde mein Corporate Design deutlich bunter. Meine Community fand, ich könnte „mehr Lila“ vertragen – schlüssig, angesichts der neuen Ausrichtung. Bis dahin hatte ich überwiegend auf schwarz-weiß mit wenigen Akzenten in Violett und Grün gesetzt. Ich machte mich also an die konzeptionellen Anpassungen.

Inspiriert von vielen, vielen Episoden RuPauls DragRace gelangte ich zum Schluss, dass mir außerdem ein deutlich sichtbares „HIER BIN ICH!“ aka visueller Wumms fehlt. Ich kaufte das Glitterbomb-Kleid, das ich monatelang in einem virtuellen Einkaufswagen herumgeschoben hatte.

Beim Fotografen lief ich im Mai schließlich nicht nur damit, sondern auch mit einer Goldkonfetti-Röhre auf. Das Ergebnis war`s definitiv wert.

 

Regeln Nr. 4: Online-Business Marketing kommt nicht ohne Social Media aus

Im April besuchte ich den Unternehmerinnentag des KreislandFrauenverbandes in Bad Saulgau. Stephanie Lange referierte zur Consumer-Forschung und der wahrscheinlichen Entwicklung in den nächsten Jahren. Manuela Rukavina thematisierte unter anderem den Einfluss des Körpers und positiver Psychologie aufs Unternehmerinnen-Mindset. Beides hervorragender Input!

Im selben Monat wagte ich mich dann mit dem neuen Business-Mentoring-Angebot aus der kuscheligen Wunderlampe in die Welt hinaus. Zum Zweck der Zielgruppenerforschung habe ich hundert kostenfreie Sessions angeboten. Was sich zeigte? All meine Gesprächspartnerinnen suchten in irgendeiner Weise Klarheit und fanden sie mehrheitlich in nur 30 Minuten mit mir.

Außerdem stellte ich mir seit Jahresbeginn die Frage, was der deutlich wahrnehmbare Facebook-Überdruss vieler Menschen für mich bedeuten könnte. Klar zeichnete sich ab, dass, sofern es eine gleichwertige Alternative gäbe, viele Leute gerne auf den unsympathischen blauen Riesen verzichten würden …

Instagram gewann – paradox genug! – an Beliebtheit, ebenso LinkedIn. Allerdings ist nach wie vor keine vollwertige Facebook-Alternative in Sicht. Ich entschied mich also, so viele Social-Media-Kanäle wie möglich abzudecken und zu prüfen, was sich für Schöpfergeist und das Vorhaben, mein Online-Business zu starten, bewähren würde.

Der Facebook-Schwerpunkt in meinem Social-Media-Mix ist unverändert groß. Ich mag Facebook als Plattform, denn sie bietet Möglichkeiten, die es nirgendwo sonst gibt. Neben Pinterest und XING nahm ich Instagram, LinkedIn und Twitter mit dazu. Mit der Zwitscherei werde ich nicht richtig warm … aber ich entdecke oft spannende Artikel im Pfeifkonzert der Vogelmenschen.

Instagram hatte ich vorher schon genutzt, allerdings nur für meine Illustrationen. Im Lauf des Jahres folgten dann außerdem erste Gehversuche auf TikTok und ein YouTube-Kanal; XING habe ich auf den Mond geschossen. Quasi.

Auf lange Sicht muss ich mich entscheiden … oder jemanden an Bord holen, der mir mit der Social-Media-Betreuung hilft. Bisher hat das leider nicht geklappt.

Die Suche nach einem funktionierenden Social-Media-Scheduler gestaltete sich schwierig. Letzten Endes habe ich mich für Publer* entschieden. Die sind sehr klein, aber es funktioniert alles, immer, problemlos. Das hatte ich mit keinem anderen Tool. Der Support ist klasse, der Preis mehr als fair und alles entwickelt sich permanent weiter.

 

Regel Nr. 5: Qualifikation jenseits von Testimonials belegen

Noch im Frühjahr erhielt ich die Bestätigung, dass ich bei der Deutschsprachigen Gesellschaft für psychosoziale Online-Beratung als ordentliches Mitglied aufgenommen bin. Die DGOB stellt durch einen Anforderungskatalog sicher, dass nur fachlich qualifizierte Menschen die Zertifizierung als Onlineberater DGOB erhalten.

Für mich heißt das: Als diplomierte Erziehungswissenschaftlerin mit Zusatzausbildung in der Onlineberatung und mehrjähriger Erfahrung in diversen Feldern von Beratung bis Coaching darf ich den entsprechenden Titel nun führen. Yay. :D

Regeln Nr. 6: Wer eine Vision hat, setzt sich (ehrenamtlich) dafür ein

Aber noch ein weiteres Expertinnen-Hütchen zog Anfang 2019 bei mir ein. Durch einen Anruf aus Berlin: „Wir freuen uns, Sie im Projekt Selbst ist die Frau willkommen zu heißen!“, vernahm ich – und war nicht überrascht, aber sehr erfreut und erst mal sprachlos.

Als eine von insgesamt zehn Gründungslotsinnen bundesweit ausgewählt zu werden und fortan die Ansprechpartnerin in Baden-Württemberg zu sein … das passiert nun auch nicht jeden Tag!

Wirklich gestartet sind wir dann aber erst mit dem Auftakttreffen im September, zu dem alle zukünftigen Lotsinnen nach Berlin zum dlv eingeladen wurden. Habe ich erwähnt, wie sehr ich es als Megasensibelchen hasse, weg von Zuhause zu sein? Doch, doch, wirklich SEHR!

Aber das Projekt ist es wert, denn Ziel von ‚Selbst ist die Frau‘ ist es, Frauen im ländlichen Raum für die Selbstständigkeit als berufliche Chance zu begeistern. Dazu wird es von meiner Seite Anfang 2020 drei kostenlose Workshops in der Technologiewerkstatt in Albstadt geben (falls du das liest und jetzt schon weißt, dass du dabei sein möchtest, schreib mir eine Mail!).

Zu meiner Insta-Story über das Auftakttreffen

 

Der Kooperationsvertrag sieht unter anderem Weiterbildung in Eigenregie vor, sodass ich mit Barbara Roth meine Visual-Storytelling-Fähigkeiten am Flipchart erweitern konnte. Bei Anke Beeren hab ich mich mit dem Business Model Canvas beschäftigt und mit Maria Gjerpe konnte ich – lucky me! – noch vor ihrem öffentlichen Start in die Selbstständigkeit arbeiten.

Maria, die ‚bright minds‘ coacht, hat mir einige sehr spannende Einsichten vermittelt. Und: Ich durfte ihr Logo entwickeln und die ersten Schritte auf dem Weg zu einem stimmigen Corporate Design mit ihr gehen (zeigen darf ich es leider noch nicht).

Dass die geförderten Fortbildungen zwingend bis zum Jahresende absolviert sein mussten, wurde für mich erst Ende Oktober deutlich, was die letzten sieben Arbeitswochen des Jahres beträchtlich sportlicher werden ließ, als ich das geplant hatte.

 

Regel Nr. 7: Ein Online-Business aufbauen heißt netzwerken!

Apropos „sportlich“! Ich habe mir zwar – in der Einsicht, dass ich wirklich mehr Bewegung brauche – ein Fahrradfahrding für unter den Schreibtisch gekauft … aber über dessen einsames Dasein möchte ich wirklich nicht schreiben!

Keine Ahnung, wie die zahlreichen begeisterten Rezensenten es geschafft haben, in die Pedale zu treten, während sie arbeiten. Ohne wegzurollen. Oder sich ständig zu vertippen. Oder seekrank zu werden. Oder …

JEDENFALLS! Sportlich! Im Sommer, wenn alle vernünftigen Menschen sich die Sonne auf den sorgfältig eingecremten und mit einem angenehm leichten Textil geschützten Bauch scheinen lassen, tat ich das genaue Gegenteil.

Ich wurde nämlich im Vorfeld der Summerschool (dazu gleich) Studentmentor im Online-MBA-Programm von Sigrun Gudjonsdottir, kurz: SOMBA (dieser Partnerlink führt dich zur aktuellen SOMBA-Warteliste). Damals eine ehrenamtliche Rolle, die rund 40 erfahrenen Coaches bzw. Entrepreneurinnen aus den Reihen der Teilnehmenden auf freiwilliger Basis übertragen wurde.

Seit dem Herbst werde ich für meinen Einsatz als SOMBA-Mentor in der Community bezahlt und unterstütze mit meinen neun verbliebenen Kolleginnen die über 500 Mitglieder in den verschiedenen Facebook-Gruppen des Programms. Auch die neuste: SOMBA-Kickstart.

Regel Nr. 8: Ohne Produkt gibt’s nichts zu verkaufen

Während meine beste Freundin Anfang Juli zum vierten Mal Mutter wurde (ich muss beschämt gestehen, dass ich sie erst im September besucht habe!), pflegte ich als ehrenamtliche Mentorin und Teilnehmerin der SOMBA Summer-School also exzessiv meine Bildschirmbräune.

Summer-School bedeutet: In acht Wochen von der zarten Idee zum fertigen Onlinekurs, samt aktiver Durchführung (Anmerkung: Inzwischen heißt das SOMBA Kickstart und steht direkt am Anfang einer neuen SOMBA-Runde. Damit ist der Schritt, ein Online-Business zu starten, schon mit dem Beitritt fast getan … und unterm Jahr gibt es auch viel mehr potenzielle Teilnehmer!).

Ich hatte darauf gewartet, in dieser Zeit meinen ersten Kurs zu entwickeln. Das Schlüsselelement, das ich brauchte, um wirklich in mein Online-Business zu starten! Was war ich aufgekratzt.

Nicht, weil ich nicht gewusst hätte, dass ich es kann. Ich stellte sogar fest, dass ich eigentlich schon längst bereit gewesen wäre. Aber ich ging, selbstverständlich, meinem – in fünf Jahren Selbstständigkeit schon beträchtlich geschrumpften! – Perfektionismus wieder ins funkelnde Netz.

Dass Frau im Online-Business Ideen braucht, die nicht wie tausend andere sind, ist keine Frage. Auch Mut, Disziplin, Hingabe, Durchhaltevermögen und Einsatz sind gefragt. Können. Wissen. Frustrationstoleranz. Geduld!

Natürlich nicht nur, wenn man ein Online-Business aufbauen will, sondern ganz grundsätzlich als Gründer oder Unternehmerin. Es ist aber auch möglich, das Ganze auf die Spitze zu treiben. Vorhang auf für meinen ganz persönlichen Wahnsinn in den vier Wochen der SOMBA Summer-school Betakursdurchführung!

Regel 9: Didaktik und Präsentation sind wichtig – starte trotzdem unperfekt!

Mir war klar, dass es anstrengend wird – und dass ich großartig abliefern will. Ich hatte eine sehr konkrete Vorstellung davon, wie „Wirksam texten am Ende aussehen soll und was ich meinen Teilnehmerinnen beibringen möchte.

Statt, wie von Coach Sigrun angeraten, den Content (Inhalt) des Kurses zu Beginn einer jeden Woche als einstündiges Livevideo in eine geschlossene Facebookgruppe zu liefern … produzierte ich ein auf Hochglanz poliertes High-End-Produkt.

Ich portionierte meine Inhalte in tägliche Snacks von fünf bis zehn Minuten Video (die selbstverständlich geschnitten und mit Titeleinblendung sowie Übergängen und Abblende versehen waren). Zusätzlich fasste ich die wichtigsten Punkte als Text zusammen, damit jeder Lerntyp gut mitkommt.

Dazu lieferte ich ein Workbook, ordentlich gelayoutet und ‚on brand‘ gestaltet, im ausfüllbaren PDF-Format. Hinzu kamen eine Kurzmeditation zum Download und selbstverständlich die Begleitung in der Facebookgruppe. Außerdem war ich zweimal pro Woche dort live, einmal um Fragen zu beantworten und ein zweites Mal für Lektorate von Teilnehmer-Texten.

Nachdem in der ersten Woche für Apple-User Probleme mit meiner selbst geschaffenen Lernumgebung auftraten (der Safari-Browser wollte nicht mitmachen), packte ich die bestehenden Inhalte kurzerhand auf Elopage. Und nein, ich hatte davor nie mit dieser Plattform gearbeitet (und bin auch nicht dort geblieben). Sie leistete mir aber gute Dienste, nachdem ich erste Hürden überwunden hatte.

 

Bei Kursbeginn waren Videos, Texte und Workbook für die erste Woche fertig. Der Deal war: Die Teilnehmenden bekommen alles gratis, wenn sie mir im Austausch dafür Feedback geben. Ich produziere den Kurs auf diese Weise „on the fly“, genau auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten. Das jedenfalls ist die Theorie.

Nun scheinen derlei Commitments für viele Menschen offenbar nicht sonderlich bindend zu sein. Das führte zu einem gewissen Schwund am Ende der ersten Woche, weil ich jeden, der nicht rechtzeitig Feedback gegeben (oder für später angekündigt) hatte, von den weiteren Inhalten ausschloss. Nacharbeiten war innerhalb der Facebookgruppe trotzdem weiterhin möglich.

Meine Entscheidung an der Stelle war reichlich unkonventionell. Für gewöhnlich nehmen die Anbieter von Beta-Kursen fehlende Rückmeldung einfach seufzend und schulterzuckend hin. Ich fand (und finde!), dass ich für einen inhaltlich und gestalterisch komplett ausgereiften, hochwertigen Kurs die vereinbarte Gegenleistung in Form ausgefüllter Feedbackbögen erwarten darf. Nein. Muss.

Ich denke dabei an Fairness denjenigen gegenüber, die sich an ihre Zusage halten. Und auch an Fairness mir gegenüber, selbst ohne einzubeziehen, dass ich 32 Tage ohne Pause durchgearbeitet habe – und meine Tage manches Mal die 16-Stunden-Grenze sprengten.

Ich denke an die verpasste Hochzeit der Cousine meines Partners (es gab einen Schokoladenbrunnen! Ich meine, echt mal!) und den Umstand, dass ich das neue Baby meiner Freundin erst Wochen später kennenlernen konnte. Ich bin ALL IN gegangen. Kompromisslos.

 

Regel 10: Auch ein Online-Business kommt nicht ohne dich und deine Kraft aus

Um es kurzzumachen: Ich bekam eine echt schmerzhafte Magenschleimhautentzündung (auf die vorsichtshalber internistisch zu machenden Abklärung muss ich übrigens noch bis Januar warten … ). Mein Körper hat sich mit recht gewehrt und mich in Kooperation mit einer Gesundheits-App in helle Panik versetzt:

„Personen mit Ihren Symptomen erhielten mehrheitlich die Diagnose: Herzinfarkt.“ Darunter der Button: „Notruf verständigen?“

Ich begnügte mich mit Butterknöpflesupp, Streicheleinheiten und dem Besuch beim Hausarzt, der mir versichert hat, dass ich es überlebe. Wahrscheinlich jedenfalls. Menschen sterben. Auch unversehens. Aber es wär trotzdem besser, die blöde App zu löschen und schlicht meinen Stress zu reduzieren.

Ich dachte an Dari Stix, groß im Online-Business-Marketing und Coaching, die Anfang Juni 2019 mit 38 Jahren rapide und sehr öffentlich starb. Das hatte, obwohl ich definitiv so gar nicht zu ihren Fans gehöre, ungeheuren Einfluss auf mich.

Ich stolperte völlig unvermittelt über ihre letzte Audiobotschaft an die Fans, in der sich letzte Worte und Werbebotschaft mischten … und konnte keine Haltung dazu finden. Mir war nur schlecht. Ist es konsequent, öffentlich zu sterben, wenn man öffentlich gelebt hat? Oder ist es einfach nur widerlich, alles, wirklich ALLES kommerziell auszuschlachten?

Was nun meine Erfahrung betrifft: Ich mag nicht empfehlen, ein Online-Business so aufzubauen, dass die Gesundheit darunter leidet. Die SOMBA Summer-School bzw. SOMBA Kickstart funktionieren als Konzept hervorragend; diesbezüglich kann ich durchaus zur Nachahmung raten.

Man sollte dabei wohl nur nicht so übertreiben wie ich. Aber: Ich hatte Ende August einen fertigen Kurs und begeisterte Teilnehmer, die mir nicht nur glänzende Bewertungen und Testimonials schenkten, sondern auch berechtigterweise sehr stolz auf ihre elefantastischen Fortschritte waren.

Trotz der ganzen Anstrengung hatte ich eine umwerfende Zeit mit der Gruppe und ich bin jeder einzelnen Betatesterin von Herzen dankbar!

Exemplarisch genannt sei hier Christine Lindner, die trotz Urlaubsreise mit maximalem Engagement dabei war und mich im anschließenden Launch unterstützt hat, als würde ich sie dafür bezahlen.

Sie weist auch stets auf ‚Wirksam texten‘ hin, wenn ihre wundervoll entfesselten Schreibkünste gelobt werden (was häufig geschieht).

Ich verabschiedete mich in unserem Abschlusswebinar mit einem Video, das nicht nur meinen Dank zum Ausdruck bringen sollte, sondern auch Einblick in die Feedbacks gab.

Mein Dankeschön-und-Auswertungs-Video

Regel 11: Sorge für Ausgleich und lern dazu

Während die SOMBA Summer-School lief, wollte ich mich selbst zwingen, für Ausgleich zu sorgen. Ich meine, ich weiß schließlich, wer ich bin … ! Also belegte ich einen Yoga-Onlinekurs bei Pawirat Noi Shiffner, der wirklich gutgetan hat.

Allerdings merkte ich Ende der zweiten Woche: Ich schaffe das nicht parallel und fühle mich schlecht, weil ich ihr so kaum Feedback geben kann. Mit einem herzlichen, aufrichtigen Testimonial und einem ebensolchen Feedback-Chat verabschiedete ich mich dort.

Ich konnte mich auch nicht davon abhalten, mich bei Meeta Dani einzuklinken. Sie kreiert phantastische, realistische Aquarelle. Ich habe in ihrem Anfängerkurs konsequent mitgearbeitet und über die handwerklichen und gestalterischen Basics auf neue Weise nachgedacht.

Langfristig konnte ich mit ihrem sehr, sehr gewissenhaften und kulturell völlig anders geprägten Lehrstil leider nicht mit. Ich weiß aber, dass die Summer-School für Meeta ein großer Erfolg war. Immerhin: Sobald alles vorbei war, packte ich meinen Aquarellkasten mal wieder aus.

Regel 12: Glückliche Bestandskunden sind die besten Neukunden

Am Ende des Betakurses stand der Upsell. ‚Upsell‘ meint: Jemandem etwas verkaufen, der schon Kunde ist (oder, im Fall der Summer-School, Betatester). Mein Upsell, präsentiert im abschließenden Webinar von ‚Wirksam texten‘, war das zwölfwöchige VIP-Gruppencoaching Contentwunderlampe.

Ich konnte es erfolgreich verkaufen und freute mich sehr über die allerersten Euro, die ich mit einem Onlinegruppenangebot verdient hatte. Bevor die Contentwunderlampe im September startete, machten der Liebste und ich erst mal Urlaub.

Es war höchste Zeit. Auch angesichts der Tatsache, dass wir 2018 durch seine Jobsuche, den Umzug und all die Veränderungen überhaupt keine Auszeit hatten.

Endlich Urlaub … ?!

Da wir beide keine großen Fans von langen Reisen und deren Planung sind, fuhren wir nach Belgien.

Nja. Wir merken uns für die Zukunft:

Auch, wenn eine Ferienwohnung im Internet gut aussieht und Meerblick verspricht, muss das nicht der Realität entsprechen. Tipp für hochsensible, ruhebedürftige Menschen: Es hilft übrigens sehr, sich vorher anzuschauen, an welcher Art Ort sie sich befindet. Wir hatten das bedauerlicherweise versäumt und landeten so in der Touri-Hochburg De Haan.

Wie sehr persönliche Wahrnehmungen auseinandergehen können, wurde mir einmal mehr klar, als ich die Google-Rezensionen der Strandpromenade mit meinem eigenen Eindruck verglich. Kommt aber eben auch drauf an, in welche Richtung man fotografiert … und ja. Es war wirklich überlaufen.

Auch die Wohnung an sich war nicht total scheiße, aber ich fühlte mich irgendwie unwohl. Es war alles echt seltsam und wir fuhren früher als geplant wieder zurück zur Familie im Saarland. Da gar nicht klar war, ob wir zu einer Endreinigung verpflichtet waren oder nicht, putzten wir davor die ganze Unterkunft. Penibel.

Sie war wahrscheinlich noch nie so sauber, aber ich wurde einfach dieses komische Gefühl nicht los; so ein „Irgendwas stimmt hier nicht“. Aber. Wir bekamen die horrende Kaution anstandslos zurück und hatten zumindest mal ein paar Tage Tapetenwechsel.

Pizza aus Bierhefeteig und Belgische Schokolade sind definitiv Argumente für ein dennoch versöhnliches Fazit.

Regel 13: Investiere in dein Online-Business!

Noch während unseres Belgienaufenthalts entschied ich mich, SOMBA Momentum beizutreten. Es kostete mich einige Mühe, das Geld für die Investition aus verschiedenen Ecken zusammenzukratzen und die Zahlung zu veranlassen.

Learning: Es ist gar nicht so leicht, eine Überweisung für ein 10K-Programm zu machen – selbst, wenn Frau ein Sonderangebot nutzt und „nur“ einen vierstelligen Betrag bewegen muss.

Es ist ja auch total irrsinnig. Also. Gefühlt. Ich hatte mir nicht mal die Sales-Videos angesehen, weil ich dachte, dass ich mir so was zu diesem Zeitpunkt meines Lebens definitiv nicht leisten kann. Ein Teil von mir hatte die Entscheidung aber längst getroffen und es ging nur um die Frage des WIE, statt um ein OB. Als hätte ich gar kein echtes Mitspracherecht.

Ich wusste nur, dass ich gerade Gefahr laufe, mich nach ‚Back to normal‘ zu begeben – und da wollte ich ja gar nicht hin. Sondern vorwärts. Mein Onlinebusiness nicht nur starten, sondern auch aufbauen und führen. Dient es meinem Ziel, fragte ich mich. Und die Antwort lautete: Aller Wahrscheinlichkeit nach, ja. Also entschied ich mich, es zu tun.

Regel 14: Launchen, launchen, launchen!

Nach dem mehr oder weniger verpatzten Urlaub ging es für mich direkt mit dem Launch der ersten bezahlten Runde Wirksam texten“ weiter. Meine Website hatte ich schon während des sehr geschäftigen Sommers umgebaut und der neuen Ausrichtung angepasst.

Den Umzug der Kursinhalte von Elopage zu Thinkific erledigte Barbara für mich. Ich brachte endlich mein neues Freebie an den Start: Eine fünfteilige Videoserie mit Checklisten, die Selbstständigen dabei hilft, ihre Website zu verbessern. Newsletterabonnenten bekommen ihn gratis.

Dennoch war meine Liste klein, auch wenn sie sich im Vorjahresvergleich verdoppelt (inzwischen fast verdreifacht) hat. Sigrun riet mir im Sinne des „Expectationmanagements“, meinen Onlinekurs als Gruppencoaching anzubieten.

Denn trotz euphorischer Testimonials und hochwertiger Inhalte spielen in einem Online-Business gewisse Zahlen eine ausschlaggebende Rolle: Reichweite, Conversion, Follower, …

Ein Onlinekurs muss genügend Teilnehmer haben, um sich auch wie ein Kurs anzufühlen. Ein Gruppencoaching umfasst deutlich weniger Personen, aber der Betreuungsaufwand ist viel höher. Ich hätte allen vernünftigen Erwartungen nach einfach nicht genügend Menschen erreichen können, um einen Kurs zu füllen.

Ich launchte ‚Wirksam texten‘ also als Gruppenkurs zu einem Spottpreis, den ich aus diversen Gründen definitiv nie wieder machen werde. Der Kurs kam zustande, obwohl ich zwei Interessenten ablehnte (ich arbeite nur mit Menschen, die ein ähnliches Wertesystem wie ich vertreten – Multilevelmarketing ist für mich beispielsweise ein No-Go).

Falls du dich fragst, was das für Menschen sind, die ich gerne unterstütze, lass mich dir drei von Ihnen vorstellen:

Virginia Thrun | New Work People

Ich glaube an eine neue und positive Arbeitswelt, die glücklich macht. Mit New Work People begleite ich moderne, agile Unternehmen und Menschen auf ihrem Weg zu New Work. 

New Work People ist eine Boutique Personalberatung mit folgenden Leistungen: Recruiting I Coaching I Community

Mit Momhunting möchte ich Career Moms sichtbarer machen, indem ich sie mit Unternehmen zusammenbringe, die eine Karriere auch in Teilzeit möglich machen.

Virginias größte Herausforderung 2019:
Nach über 11 Jahren in einem Konzern im Oktober meine Vision als Gründerin Realität werden zu lassen: Die Arbeitswelt der Zukunft aktiv mitzugestalten und das als Mompreneur immer wieder aufs Neue in Balance hinzubekommen.

Virginias Highlight 2019:
Das zahlreiche positive Feedback zu meiner Vision. Darauf vertraut zu haben, dass ich den richtigen Weg gehe. Den ersten Auftrag bereits vor Go-Live bekommen zu haben. Mindestens eine Person zur Veränderung inspiriert zu haben.

Virginias beste Investition 2019: 
Meine beste Investition in diesem Jahr war es, an mich selbst zu glauben und konsequent meinen Weg zu gehen. Mein Wort des Jahres 2019: Vision. Diese mit einem konkreten Plan (u.a. mit Unterstützung von Annes Kursen „Wirksam texten“ und „Contentwunderlampe“) Schritt für Schritt konsequent in die Realität umzusetzen, war unglaublich wertvoll und ich warte nun voller Spannung und Vorfreude auf 2020.

Virginias Vorhaben für 2020:
Ich möchte die Zukunft (pro)aktiv mitgestalten und ich glaube daran, dass man immer bei sich beginnen muss. Daher lautet mein Motto: „Be the change you wish to see in the world“.

Sybille Rhiannon Hanka | Naturheil- und Hypnosepraxis Dr. Hanka

Ich leite Menschen dazu an, sich schnell und nachhaltig von ihren Schmerzen zu befreien. Dazu gebe ich Ihnen eine persönliche Video-Anleitung, damit sie bei erneutem Auftreten dieser Schmerzen direkt handeln und sich selbst helfen können.

Sybilles größte Herausforderung 2019:
… ist die Neukundengewinnung. Hierzu habe ich mir professionelle Hilfe für mein Mindset und fürs Marketing genommen. Ich habe Seminare besucht und Online-Seminare gebucht. Auch an Herausforderungsseminaren zum Kundenmagneten habe ich teilgenommen. Und ich habe mich informiert und gelernt, wie ich selbst meinen Texten mehr Wirksamkeit verleihe.

Sybilles beste Investition 2019:
… waren die Euros in mich, mein Mindset und mein unternehmerisches Wissen im Bereich Sichtbarkeit. Unter anderem habe ich eine neue Landingpage und auch zunehmend die Kenntnisse, was ich mit ihr machen soll, respektive selbst machen kann. Und ganz wichtig: Meine Investition in die Ausbildung zur Schmerztherapeutin nach Liebscher und Bracht.

Sybilles Highlight 2019:
Der Kurztrip nach München über Pfingsten mit meinen Freunden und die Ausbildung zur Schmerz- und Bewegungstherapeutin nach Liebscher und Bracht mit allen vier Intensivseminaren, die ich innerhalb eines Jahres wahrnehmen konnte.

Sybilles Vorhaben für 2020:
Jeden Tag Neukunden für meine Videoanleitungen und die Schmerztherapie in der Praxis gewinnen. Dauerhafte Firmenverträge in der unmittelbaren Umgebung von 20 km abschließen. Meine neue Praxis zu beziehen wäre die Erfüllung eines großen Wunsches, da die jetzige leider keinen Platz für die Bewegungsgruppen hat und ich gerne eine schönere Besprechungsecke einrichten möchte.

Als Coach an der Ostsee unterstütze ich vor allem Führungsfrauen dabei, klare Sicht zu bekommen, eigene Ressourcen (wieder) zu entdecken, Potentiale gezielt zu nutzen und innerlich gestärkt neue Schritte zu gehen.

Janas größte Herausforderung 2019:
Ich habe in diesem Jahr die vielen und zum Teil langen beruflichen Reisen zu Coachings oder Workshops als besonders herausfordernd und kräftezehrend empfunden. Mir ehrlich einzugestehen, dass ich dabei aus der Balance gerate – ganz unabhängig davon, wie viel Spaß mir meine Arbeit macht – ist mir schwergefallen.

Janas Highlight 2019:
Ende November habe ich mir bewusst eine Auszeit von zwei Tagen genommen, um klare Entscheidungen zu treffen. Ein Ergebnis war, dass ich mich gezielt von bestimmten Auftraggebern verabschiedet habe. Immer wieder faszinierend ist dabei für mich die Erfahrung, dass sich eine neue Tür öffnet, wenn ich die schließe, die nicht mehr zu mir passt.

Janas beste Investition 2019:
Ich liebe es, von und mit anderen Menschen zu lernen. Daher war meine beste Investition in diesem Jahr die in meine eigene Weiterbildung. Der Kurs „Wirksam texten“ bei Anne Retter gehörte dazu, ein Co-Working gemeinsam mit anderen Frauen, aber auch eine intensive Fortbildung im Enneagramm.

Janas Vorhaben für 2020:
Definitiv mehr Zeit mit Menschen in Coachings und Workshops hier bei mir an der Ostsee zu verbringen!

Regel 15: Der Kunde weiß was er will, aber nicht zwingend, was er braucht

Neben meinem kostenlosen Storytellingstarter-Workshop und der ersten bezahlten Runde ‚Wirksam texten‘ startete nun aber auch die Contentwunderlampe. Während ich die ersten Inhalte dafür produzierte und Lernplattformen testete, zeigten sich zwei Dinge.

Erstens: Mit jeder neuen Lektion taten sich weitere Themen auf, von denen ich dachte, dass ich sie wirklich auch abdecken müsste, um meine Kundinnen mit dem nötigen Wissen auszurüsten. Zweitens: Meine Kundinnen wollten viel lieber mit meiner Unterstützung an ihren aktuellen Projekten arbeiten.

Nach sechs Wochen berieten wir gemeinsam, welchen weiteren Content sie gerne zur Verfügung gestellt bekommen möchten und wie wir ansonsten weiter verfahren. Kurz und gut: Das Meisterwerkprogramm entstand; eine Kombination aus Coworking und Mastermind.

Was aus der Contentwunderlampe wird, habe ich noch nicht entschieden.

Entweder muss ich sie zu einem umfangreicheren Kurs ausbauen oder die bisher entstandenen Inhalte werden die Basis für ein Jahresprogramm oder eine Membership sein.

Regel 16: Ein Online-Business bedeutet, sich sichtbar zu machen

Im Herbst war ich aber auch sehr mit dem Unternehmerheldenaward und den ersten Selbstständig-Macherinnen-Interviews beschäftigt (In der Zeit ist meine Insta-Story „Eine Woche behind the scenes“ entstanden).

Nach langer Suche hatte ich mich Anfang des Jahres für Debitoor* als Softwarelösung (Buchhaltung) entschieden. Von dort erhielt ich die Einladung, mich für den Unternehmerheldenaward 2019 zu bewerben. Ich dachte kurz darüber nach und warf dann meinen Schöpfergeist-Turban in den Ring.

Wenn ich mich aber für eine Sache entscheide, dann ganz. Es folgte also nicht nur ein Interview auf der Plattform, ich tat auch sonst alles, was ich konnte, um den Publikumspreis zu gewinnen. Denn den wollte ich haben. Ein Jurypreis ist natürlich großartig, aber mir ging es in erster Linie um Sichtbarkeit:

Sichtbarkeit für die Selbstständigkeit im Netz und von Frauen ganz grundsätzlich, aber natürlich auch für Schöpfergeist. Beim Stimmen sammeln fiel mir auf, wie viele Menschen schon deshalb bereit waren, mich zu unterstützen, weil ich ihnen in der Vergangenheit geholfen hatte.

Oder weil sie schlicht gut finden, was ich tue: Selbstständige dabei unterstützen Klarheit zu finden, ihre Marke zu entwickeln und mit Texten und Gestaltung wirkungsvoll zu kommunizieren.

Vom christlichen Chor und den LandFrauen über eine Mittelalter-Lagertruppe bis hin zum sportbegeisterten Hundebenefiz-Team war querbeet alles dabei. Hammer! Dass ich unter 400 Nominierten schließlich den zweiten Platz belegen konnte, hätte ich trotzdem nicht realistisch erwarten können. Aber. Es geschah.

Vom Preisgeld, insgesamt 2.000 Euro, spendete ich zehn Prozent an die Käte Ahlmann Stiftung. Als bleibende Erinnerung kaufte ich mir einen Ring bei Zoes Eleuthera – Gold und Violett natürlich. Der Rest floss in die Rückerstattung der Momentum-Summe an mich selbst und – so ist zumindest der Plan! – einen neuen Schreibtisch, den ich immer noch nicht bestellt habe.

Regel 17: Großes Online-Business findet häufig offline statt

Ein weiteres prägendes Ereignis war „Sigrun Live“ in Zürich. Nun ist es vermutlich nicht schwer zu erraten, dass Massenveranstaltungen so gar nicht mein Ding sind. Die Verlockung, andere Unternehmerinnen aus allen erdenklichen Ecken der Welt zu treffen, war trotzdem groß genug.

Zumal das Ticket im SOMBA-Programm inbegriffen ist. Und ehrlich, soll ich Nein sagen bei zwei Stunden Fahrt, während andere Frauen aus Australien und von weiß Goth woher einfliegen? Das wär als SOMBA-Mentorin dann doch eher peinlich.

Schließlich habe ich täglich mit der Community zu tun. Mit einigen – meiner programminternen Mastermindgruppe beispielsweise – sogar häufig ganz direkt. Ich kaufte mir also einen roten Schal, buchte zwei Übernachtungen mit Frühstück und zwei Workshops für Sonntag …

und schaffte es beinahe rechtzeitig, am Freitag in Zürich einzutreffen. Pünktlichkeit gehört nicht so zu meinen Stärken.

Sigrun mit Marta Tuth (Brafitterin), Agnieszka Graczowska (Handmade-Plattformowner) und Maria Busqué

Stephanie Fiteni (Blogcoach, Growthstrategist), Maria Gjerpe

Den ersten Tag, an dem nur die VIP- und Momentum-SOMBAs teilnehmen, steckte ich zu meiner Überraschung ziemlich problemlos weg. Ja, ich war erledigt, aber nicht völlig überreizt. Das änderte sich am Samstag, zu dem alle SOMBAs eingeladen sind. Ich konnte meinen Fluchtimpuls gerade noch so lange unterdrücken, bis das offizielle Programm beendet war.

Dann packte ich meine Tasche und fuhr – Ausgaben für Workshops, Frühstück und Zimmer hin oder her – auf dem kürzesten Weg nach Hause. Es dauerte anderthalb Tage, bis ich mich wieder wie ich selbst fühlte. Was soll ich machen. Es ist einfach nichts für mich! Das ist bedauerlich, aber nicht zu ändern.

Ich habe mit der Zeit zwar gelernt, meine sensiblen ‚Sensoren‘ abzuschirmen … aber es ist dann nicht möglich, gleichzeitig in Beziehung zu gehen, offen zu sein und echte Begegnungen zu haben. Und das wollte ich. Ergo: Zwei Tage sind mein absolutes Limit und damit muss ich eben umgehen. Punkt.

 

Regel 18: Sei ein Zebra, kein Einhorn

(google es, dann verstehst du’s)

Im letzten Quartal 2019 überschritt Schöpfergeist eine magische Grenze: Fünf Jahre Selbstständigkeit! Es heißt, dass in Deutschland über achtzig Prozent der neu gegründeten Unternehmen die ersten drei Jahre nicht überleben. Das fünfte Jahr stellt eine weitere Wegmarke dar.

Ich freue mich deshalb riesig darüber, dass ich als Fempreneurin nicht nur die kritischen Jahre überstanden habe, sondern auch stetig gewachsen bin. Schöpfergeist hat sich entwickelt. Vom bescheidenen, mutigen Start als Copywriter und Journalistin angefangen bis zum ‚richtigen‘ Online-Business.

2019 ist für mich das Jahr mit dem besten Umsatz bisher – aber auch mit den größten Ausgaben. Im Ergebnis wird es sich also in etwa so anlassen wie die beiden Vorjahre. Konkrete Zahlen werde ich nennen, sobald meine Umsätze sechsstellig sind. ;)

Regel 19: Plane, kontrolliere, prüfe – und hör nicht auf die fiesen Stimmchen

Zum Jahresende habe ich den kostenlosen Planungsworkshop für Nichtplaner veranstaltet, den sich meine Community wünschte. Ich hatte ihn Ende 2018 schon angeboten, wollte aber einige Updates vornehmen.

Vom Black Freuday abgesehen bot ich Meisterwerk im Anschluss daran zum ersten Mal offiziell an. Die dreitägige Aktion Ende November erwies sich als totaler Flop – ich verkaufte gar nichts. Ob es am Angebot selbst lag oder dem Umstand, dass viele Menschen dem amerikanischen Verkaufsfeiertag hierzulande kritisch gegenüberstehen … keine Ahnung.

Ich bekam im November einige Feedbacks und schlussfolgerte daraus, dass ich es wohl noch einmal versuchen sollte. Mit einem richtigen Launch. Also: Kostenloses fünftägiges Angebot, Webinar und E-Mailserie … die Salespage hatte ich schon fertig.

Ich ließ den potenziellen Kundinnen rund fünf Tage Zeit, sich zum Kauf zu entschließen. Am Ende hat sich trotz des ganzen Aufwands niemand für Meisterwerk entschieden. Im finanziellen Ergebnis bedeutet das ein Minus von über 500 Euro, die ich in Facebook-Ads zur Bewerbung des Planungsworkshops investiert habe.

Frustrierend. Auch, weil ich zu dem Zeitpunkt inzwischen sehr müde war, meinen geplanten Auszeittag aufgrund noch zu erledigender Aufgaben streichen musste und auf emotionaler Ebene mit ein paar persönlichen Themen zu kämpfen hatte. In solchen Momenten sind sie schnell zur Stelle, die kleinen Stimmen im Hinterkopf:

„Du hast einen Fehler gemacht, ein Online-Business ist nicht das Richtige für dich!“, „Was kannst du eigentlich? Offenbar nicht genug und verkaufen schon gar nicht!“, „Hättest du mal lieber nicht die Fortführung der letzten regelmäßigen Schreibaufträge für 2020 abgelehnt.“ Jaaa. Schnauze. Auch Fehlschläge gehören zur Selbstständigkeit.

Gerade in diesen Momenten hilft es sehr, gut mit anderen Selbstständigen vernetzt zu sein und kompetente Coaches zu haben. Wir können als Menschen einfach nicht wirklich objektiv auf uns selbst schauen. Das, was mir bei meinen Kundinnen sofort ins Auge fällt, sehe ich bei meiner eigene Arbeit nicht.

Die gemeinsame Auswertung in SOMBA Momentum hat mir neben Zuspruch von anderen Entrepreneurinnen auch einige hilfreiche Einsichten beschert. Zum Beispiel die, dass ein Angebot wie Meisterwerk etwas ist, das sich nicht unbeding eignet, um zum ersten Mal mit mir zu arbeiten. Die Kundinnen, die mich kennen und ihre Erfahrungen mit mir gemacht haben, wissen, was sie bekommen.

Für jemanden, der mich noch nicht „in Aktion“ kennt, ist das nicht so leicht zu erfassen. Für die Zukunft heißt das also: Kein Launch in dieser Form mehr für Meisterwerk.

Regel 20: Sei. Nicht. Bescheiden!

In der letzten Arbeitswoche erreichte mich die Nachricht, dass ich als Affiliatepartner den SOMBA-Launch im Januar unterstützen darf. Kann. Soll und will. Ich meine, zum einen bin ich als SOMBA-Mentorin in der Community im Einsatz.

Das wäre ich sicherlich nicht, wenn ich nicht hinter Sigruns Basis-Angebot – dem SOMBA-Jahresprogramm – und ihrem Ziel stünde. Wenn du dir einen Eindruck von Sigrun und ihren Inhalten machen willst: Sie verschenkt zwischen den Jahren zwölf Masterclasses. Einfach so. Viel Spaß damit!

Wenn ich schreibe, ich stehe hinter ihrem Ziel, dann meine ich damit ihr „I want to accelerate gender equality through female entrepreneurship“. Wenn wir nämlich drauf warten, dass sich der Gender-Pay-Gap (der in der Selbstständigkeit noch größer ist als im Angestelltenverhältnis!) von selbst schließt … brauchen wir noch 100 Jahre Geduld. Seriously, das hat das Weltwirtschaftsforum ermittelt, ich erfinde das nicht!

Für mich hat die Teilnahme an SOMBA unglaublich viel getan. Gar nicht so sehr auf der äußeren Ebene, das hätte ich wohl auch allein, mit einem Coach oder in einem anderen Programm schaffen können. Aber innerlich. Das berühmte Mindset eben!

Als ich SOMBA im September 2018 nach einem Jahr des Abwägens beitrat, fühlte ich mich erst mal sehr klein. Als würde eine Grundschülerin sich zu den Oberstufenmädels stellen, mit dem Anspruch, jetzt mitspielen zu dürfen.

Ich war dieses oft gehörte „Hach jaaa, die Selbstständigkeit ist so toll, da muss man beim Geld halt ein paar Abstriche machen!“ so leid. Wenn wir selbst über unsere Preise und unser Einkommen entscheiden, was soll der Mist mit den ungebutterten Minibrötchen?! Ich bitte euch! Just no!

 

In der SOMBA-Community war ich plötzlich umgeben von Frauen, die ohne mit der Wimper zu zucken ein 10.000-Dollar-Angebot raushauen. Das heißt nicht, dass ich das jetzt auch tue (Wobei. Warum eigentlich nicht! :P ). Aber es hat in meinem Inneren was verschoben. Geöffnet. Raum für Möglichkeiten geschaffen.

Mein Netzwerk ist sehr gewachsen – es gibt auch immer wen in der Gruppe, der eine Antwort hat. Ich hab mich als Unternehmerin dort weiterentwickelt. Ich lese englischsprachige Bücher und kann mir perspektivisch vorstellen, auch Schöpfergeist international aufzustellen. Gut, das Ö. Das könnte ein Problem werden. Aber das ist lö-ö-ösbar. ;)

Anne Retter und Sigrun Gudjonsdottir 

Egal. Also, um meine Erfahrungen mit SOMBA auf den Punkt zu bringen: Mir haben die Community, die Lernangebote und vor allem die Summer-School sehr geholfen. Wenn du überlegst, auch einzusteigen – am 12. Januar startet die nächste Runde – schreib mir ruhig und wir bequatschen es.

Solltest du dich dafür entscheiden und über einen meiner Links reinschnuppern, begleite ich dich über das erste halbe Jahr mit einem monatlichen Call. Jup. Free Add-On. :)

Zusätzliche Unterstützung von einer erfahrenen Mentorin zu haben, die neben Englisch auch Deutsch spricht und das Programm gut kennt, hilft beim Start enorm.

Ich hatte damals ein ähnliches Arrangement mit einer älteren SOMBA-Schwester (die ich nicht vor Veröffentlichung des Artikels fragen konnte, ob ich sie hier nennen kann, weshalb es vorerst bei dieser unpersönlichen Formulierung bleibt).

Ich fand es großartig und bin jedes Mal aufgetaucht, selbst, wenn ich oft nicht wusste, was ich fragen könnte. Auch Zuhören bringt einen weiter. Sie hat mir gratuliert, als ich den Unternehmerheldenaward gewonnen habe.

„Ich liebe dein Branding“, hat sie geschrieben. „Die Schöpfergeist-Seite zeige ich manchmal sogar als Beispiel in meinen Coachings.“ Von ihrer Seite ist das eine ziemliche Auszeichnung.

 

Das war also Schöpfergeists 2019.

Mein Start ins Online-Business. Ich bin in erster Linie DANKBAR. Und in zweiter: Reif für ein paar Tage Offline.

 Alter. WAS FÜR EIN JAHR!

Anne

Quick and dirty summary

Highlights:

  • Das wider Erwarten vollkommen harmonische Zusammen-leben zweier Einzelgänger
  • Der zweite Platz im Publikumsvoting des Unternehmerheldenaward
  • Die grandiosen Feedbacks zur Beta-Runde ‚Wirksam texten‘ und die supertolle Gruppe
  • Die ersten verdienten Euro im Online-Business und Mentoring

Wichtigste Learnings:

  • Ich habe mehrere Webinare gehalten. Das war ein fetter Frosch ohne Prinzenpotenzial. Aber: Es geht. Ich kann das!
  • Auch, wenn ein Rat noch so gut ist – wenn mein Bauchgefühl dagegen rebelliert, muss ich darauf hören
  • Es ist verdammt schwer, eine weitere Virtuelle Assistentin für den Bereich Social Media und Videoschnitt zu finden, die zu Schöpfergeist passt
  • Sich gut zu ernähren funktioniert mit Meal-Prep deutlich leichter

Verbesserungspotenziale:

  • Bloggen. Hab ich total vernachlässigt, will ich 2020 auf jeden Fall besser machen!
  • Zeit für mich haben, inklusive Entspannung und Bewegung
  • Mich mit anderen vergleichen und sie beneiden – bringt nix, hab ich früher auch nicht gemacht
  • Facebook-Ads. Da ist noch viel zu lernen …

Top drei Bücher:

In Weiterbildung investiert:

  • 10.000 Euro +

Beste Anschaffungen:

Software:

  • G-Suite – E-Mail, Kalender, Formulare, Cloud … nie wieder umziehen, alles greift problemlos ineinander
  • Raidboxes* – vergleichsweise teures Hosting, das sich aber absolut auszahlt, wenn es um Ladegeschwindigkeit, Sicherheit, Backups und Support geht

Hardware:

  • Webcam – preislich okay, super Bild, plug and play, der Ton ist auch in Ordnung
  • Fingerstrip Smartphone – trotzt meiner absurden Handhaltung keine Schmerzen in überstrapazierten Fingergelenken mehr

Sonstiges:

  • Elumen – brillante, knallige Farbe, die das Haar pflegt und ewig hält
  • Stoppuhr – gut ablesbar, außerdem laut und schrill genug, um ein unhöfliches „Tut mir leid, unsere Zeit ist um“ vollkommen überflüssig zu machen

Du hast noch nicht genug? Hier findest du weitere Jahresblogartikel 2019 von anderen Unternehmerinnen!

Wie war dein Jahr? Du kannst in den Kommentaren gerne auf deinen eigenen Jahresrückblick 2019 verlinken. :)

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